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50 Jahre Fußball Drucken E-Mail

50 Jahre Fussball (1956 - 2006) beim Turnverein Rembrücken

Im Jahr 1956 entstand die Fussball-Abteilung als drittes Standbein des TV Rembrücken.

In den ersten Jahren nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg hatten die Menschen in Deutschland nach den Wirren des Nazi-Regimes zunächst den Wiederaufbau des Staates und die Erneuerung der Demokratie im Auge sowie die Sicherung der persönlichen Existenz. Viele waren auf der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven und allmählich begannen die Jüngeren auch wieder die sportlichen Aktivitäten zu entdecken. Die Sportvereine wurden Ende der vierziger Jahre "wiederbelebt", so auch der Turnverein Rembrücken von 1895, dessen sportliche und kulturelle Aktivitäten in der Zeit von 1936 bis 1946 geruht hatten.

Im November 1947 fand nach der Kriegs-Zwangspause die erste Generalversammlung statt, die eine erschreckende Bilanz ziehen musste: Zehn Mitglieder waren im Krieg gefallen, drei weitere wurden noch vermisst, drei befanden sich noch in Kriegsgefangenschaft und weitere drei waren in der Heimat gestorben. Dennoch begannen die verbliebenen Mitglieder mit der Neuorganisation des Vereinslebens und der Wiederbelebung der Abteilungen "Turnen" und "Spielmannszug".

Im Zuge des überraschenden Titelgewinns der deutschen Nationalmannschat beim Turnier der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz bekam der Fussball in ganz Deutschland einen enormen Auftrieb und wurde zum Volkssport Nummer 1 unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Auch Senioren-Mannschaften, sogenannte "Alte Herren"-Teams, erlebten einen unerwarteten Boom, weil in den fünfziger Jahren in Deutschland das Fussball-Fieber grassierte. Beim TV Rembrücken gab es ab 1948 eine Hobby-Fussballmannschaft, die dem "Feierabend-Sport" frönte und hin und wieder gegen andere Hobby-Fussballer aus den Nachbargemeinden zu Freundschaftsspielen antrat.

Aus dieser Situation erwuchs nach der Fussball-Weltmeisterschaft von 1954 allmählich der Wunsch, auch beim TV Rembrücken eine Wettkampfmannschaft zu bilden, um an den Rundenwettkämpfen der Fussballregion Offenbach-Hanau teilnehmen zu können. Im Sommer des Jahres 1956 war es soweit. Der TV Rembrücken gründete eine Fussballabteilung, um mit seinen aktiven Fussballern bereits ab der Spielsaison 1956/57 teilnehmen zu können. Zu den wenigen Gründungsvätern der Fussballabteilung zählten, Georg Gündling, Andreas Löw, Martin Ricker, Georg Sahm und Adam Wolf.

Zum ersten Abteilungsleiter wurde Georg Gündling gewählt, erster Spielausschuss-Vorsitzender wurde Martin Ricker. Als finanziellen Grundstock erhielt die Abteilung vom Verein 300 Mark, ein kleines, bescheidenes Spielfeld wurde hinter dem Klärwerk geschaffen und so konnte der TV Rembrücken seine Fussball-Karriere in der untersten Spielklasse starten. Das erste Verbandsspiel, so erinnern sich Augenzeugen - schriftliche Unterlagen existieren leider nicht mehr - wurde gegen den Turnverein Hausen mit 5:3 Toren gewonnen. Also ein erfolgreicher Start!

Die Mannschaft umfasste folgende Spieler: Georg Gündling, Alois Horch, Rudi Schuster, Arnold Zaha, Walter Krämer, Joachim Eisenschmidt, Erhard Schüler, Egon Horch, Bernhard Löw, Engelbert Lugert und Karlo Pfaff.

Schon ein Jahr nach der Gründung wurde von den Fussballern 1957 das erste Waldfest organisiert und von der Rembrücker Bevölkerung dankbar angenommen. 1959 hatte man eine Fussball-Jugendmannschaft auf die Beine gestellt, die auf Anhieb den Titel eines Kreismeisters errang im Endspiel gegen den BSC Offenbach. Im Jahr 1960 wurde der neue Sportplatz an seiner heutigen Stelle im Bindingsweg eingeweiht, der alte Platz am Klärwerk hatte ausgedient. Der Fussball in Rembrücken erlebte in den nächsten Jahren einen stürmischen Auftrieb. 1962 kam es zwar zu ernsten internen Spannungen in der Vereinsführung des TVR, ausgelöst durch Rivalitäten zwischen Turn- und Fussballabteilung. Aber auch diese Klippen wurden umschifft, das Vereinsleben konnte ungetrübt fortgesetzt werden. Die Fussballer avancierten allmählich unter den aktiven Sportlern zur stärksten Gruppe im Verein.

Im Jahr 1964 wurde ein beachtlicher Mittelplatz in der Tabelle der C-Klasse erreicht, drei Jahre später zählte man in Rembrücken bereits 30 aktive Fussballer (ohne die Jugendlichen) und die Fussball-Abteilung hatte bereits 65 Mitglieder (Zum Vergleich: im Jubiläumsjahr 2006 sind es etwa 100 Mitglieder). Im Jahr 1969 wurde erstmals eine C-Jugend-Mannschaft aufgestellt, ebenso eine "Altherrenmannschaft", und dem Hauptverein ging es Anfang der siebziger Jahre finanziell etwas besser als in den mageren Vorjahren, der TVR bekam mehr Mitglieder und die Zahl der örtlichen Sponsoren wuchs an. Als Beispiel des damaligen "Wohlergehens" - so geht es aus einem Protkoll hervor - gewährte der Vorstand den erfolgreichen Fussball-Akiven je Spieler "ein halbes Hähnchen mit Pommes frites und Salat sowie je vier Glas Bier und ein Paar Stutzen".

Bereits 1974 folgte auf die Gründung der C-Jugend eine D-Jugendmannschaft, im Juni des gleichen Jahres wurde der Sportplatz erneuert und ein Trainingsplatz geschaffen. Ein Jahr später gründete sich eine Frauen-Fussballmannschaft mit den Spielerinnen Birgit Otto, Andrea Klimm, Anita Kremer, Heike Subtil, Ingrid und Ursula Rücker, Renate Rückert, Renate Rohwedder, Helga Difflipp, Sabine Weber mit ihren Trainern Ernst Töglhofer und Ronald Müller.

Das Jahr 1977 war eines der erfolgreichsten in der Rembrückener Fussballgeschichte: Neben der ersten Mannschaft und der Reserve sowie dem Frauen-Team gab es fünf Jugendmannschaften mit 71 aktiven Jugendfussballern. Die D-Jugend wurde zudem noch Meister in ihrer Gruppe. Die TVR-Abteilung Fussball zählte 137 Aktive insgesamt. In den Folgejahren wurden internationale Jugendturniere in Rembrücken veranstaltet, 1978 waren die Rotterdamer "Leeuwen" zu Gast bei der C-Jugend.

In den Jahren 1979 und 1980 traf den TVR ein ungewöhnlicher Schicksals-Schlag: Das mühsam in Eigenhilfe erbaute Vereinsheim mit angrenzender Turnhalle ging innerhalb weniger Monate zweimal in Flammen auf. Zunächst wurde 1979 die Turnhalle fast total zerstört und unmittelbar nach dem Wiederaufbau brach am 2. März 1980 erneut ein Feuer in der Gaststätte aus. Der Sachschaden war noch höher als im Vorjahr! Doch bereits 1981 wird das sanierte und erneuerte Vereinsheim feierlich eingeweiht.

Das Spieljahr 1982/83 war aus sportlicher Sicht das Beste seit Bestehen der Fussball-Abteilung: Die erste Mannschaft schaffte den Aufstieg in die B-Klasse! Der Neuling aus dem Heusenstammer Stadtteil ging mit folgender Mannschaft ins Rennen: Friedhelm Appelmann, Dietmar Burger, Peter Mohr, Stefan Lukitsch, Nils Hartung, Karl-Heinz Menzel, Karl-Heinz Schneider, Manfred Grundel, Heribert Luprich, Klaus Burger, Harald Gündling, Armin Zörgiebel, Werner Friedrich und Roland Weckesser, der Trainer war ein Jahr lang Wolfgang Stürtz, gefolgt von Arnold Subtil.

In den 50 Jahren des Bestehens der TV-Fussballabteilung waren folgende Personen Abteilungsleiter: Georg Gündling (1956-60), Alfred Subtil (1960-62), Karl Keller (1962-63), Raimund Kraus (1963-64), Benno Gündling (1964-68), Lothar Subtil (kommissarisch 1969), Alfred Subtil (1969-75), Arnold Zaha (1975-77), Egon Horch (1982-84), Günter Knickmeier (1984-85), Albert Subtil (1985-89), Peter Mohr (1989-91), Albert Subtil (1991-2005), Jörg Bundialek (2005-03/2009), Antonio Ricciardi und Ralf Steidl (03/2009-03/2011), Antonio Ricciardi (seit 03/2011).